Die Geheimzutat der Spitzenköche: Starkoch Alexander Herrmann verrät, was in jede gute Soße gehört

Welche Gewürze haben Sie immer da und gibt es eine “Geheimzutat”, die Sie den Lesern verraten können?
Alexander Herrmann: Ist Wacholder im Gin auch eine Form von Gewürz oder ist es dann schon ein Getränk? Ansonsten habe ich immer Fleur de Sel und eine grob geschrotete schwarze Pfeffermischung griffbereit. Und eine “Geheimzutat”, die ich gerne weiterempfehle, ist eine wirklich gute Sojasoße. Die hat schon tolle Effekte. Mit guter Sojasoße meine ich eine Sojasoße, die ordentlich und in der auch die Farbe natürlich gereift ist. Dadurch bekommt die Soße einen säuerlichen Touch – diesen perfekten Umami-Geschmack, ein ultimativer Geschmacks-Booster. Mit nur ein paar Spritzern werden so Soßen, Salatdressing oder eigentlich jedes andere Gericht kraftvoll aufgepeppt.

Und was ist Ihr Lieblingsgericht und warum?
Alexander Herrmann: Definitiv Pasta-Gerichte, weil man sich davon so herrlich schön überfressen kann und dabei absolut glücklich wird.

Welches traditionelle Rezept mit modernem Twist können Sie leidenschaftlichen Hobbyköchen aus Ihrer Küche empfehlen?
Alexander Herrmann: Das ist die “Roulade 2.0”. Also statt einer klassischen Rinderroulade wird ein Rinderrücken zu Beginn von beiden Seiten scharf angebraten, sodass das Fleisch innen schön rosa bleibt. Danach werden die Schritte ausgeführt, die normalerweise bei einer klassischen Roulade auch dazu gehören: Erst die Zwiebeln und Essiggurken in Streifen schneiden – gern ein paar Karottenstreifen dazu geben. Dann den gewürfelten Speck bei mittlerer Hitze langsam anbraten. Im nächsten Schritt kommen dann die Zwiebeln, die Karotten und die Essiggurken hinzu und das ganze wird mit Salz und frisch gehackter Petersilie abgeschmeckt. Diese Mischung kommt dann oben auf das Fleisch drauf. Ergänzt wird das Ganze mit einer schönen Rotweinsauce. Dazu erst ein bisschen Rotwein einkochen, Zwiebeln und Brühe hinzugeben und alles schön durchmischen, bis es sich leicht abbindet. Im nächsten Schritt ein wenig Senf hinzufügen sowie einen kleinen Schuss von dem Essiggurkenwasser – mein Geheimtipp – und schon hat man im Grunde ein schönes rosa gebratenes Rindersteak getoppt mit den Zutaten einer klassischen Roulade. Das Gericht präsentiert beides – die Tradition in der Moderne.

Was spielt bei der Wahl des richtigen Kochgeschirrs für Sie eine essenzielle Rolle?
Alexander Herrmann: Meiner Erfahrung nach werden die raffiniertesten Gerichte mit so wenigen Zutaten wie möglich zubereitet – manchmal ist weniger einfach mehr. Ich wähle die Zutaten aus, die den perfekten Geschmack liefern, und bereite diese mit dem richtigen Werkzeug zu. Es ist nicht die teuerste Technik, die entscheidend ist, sondern das richtige Werkzeug, das die perfekte Zubereitung ermöglicht.

Eine letzte Frage: Wie bleibt man beim Kochen gelassen?

 

Das Rezept wird auf der nächsten Seite fortgesetz

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